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Was eine KI-Schulung kostet — vier Modelle, durchgerechnet

Eine Schulung nach Artikel 4 EU-KI-Verordnung (EU AI Act) kostet für 25 Personen zwischen 375 € und 11.700 € im Jahr, je nach Abrechnungsmodell. Der Faktor 31 zwischen billigstem und teuerstem Angebot erklärt sich nicht durch Qualität, sondern durch die Abrechnungseinheit. Hier steht die Rechnung offen — samt der Fälle, in denen wir selbst die teurere Wahl sind.

Von , Gründer von KlarComply · Fachlich geprüft am

Infografik: Was eine KI-Schulung kostet: rechnen Sie ehrlich — Der Preis pro Kopf ist nur die halbe Rechnung — die andere Hälfte ist das, was danach fehlt.
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Vier Modelle, vier Preislogiken

Angebote sind fast nie in derselben Einheit angegeben. Ein Anbieter nennt 29 € pro Kopf, ein anderer 199 € im Monat. Diese Zahlen sind ohne Umrechnung nicht vergleichbar — und genau daran scheitern die meisten Vergleiche.

  1. Klickkurs, einmalig pro Kopf. Ein Video von 30 bis 60 Minuten, danach ein paar Fragen und ein Teilnahmezertifikat. Marktüblich 15 bis 40 € je Person.
  2. Ausführlicher Online-Kurs, einmalig pro Kopf. Mehr Inhalt, oft mit Vorlagen. Ab etwa 49 € je Person.
  3. Abo je Mitarbeitendem. Ein Monatsbetrag pro Person, häufig um 39 €. Wirkt zunächst günstig und ist das mit Abstand teuerste Modell.
  4. Abo pro Firma. Ein Betrag für den Betrieb innerhalb einer Platzzahl. Unser Modell: 49 € bis 10 Plätze, 99 € bis 20, 199 € bis 50, 349 € bis 100.

Die Rechnung: 10, 25 und 50 Personen

Gerechnet für zwölf Monate und für die Personen, die tatsächlich KI nutzen — nicht für die Belegschaft insgesamt. Bei den Einmalpreisen ist Jahr eins gerechnet; Artikel 4 verlangt keine feste Frequenz, aber der Maßstab des Bundes empfiehlt eine jährliche Auffrischung, also fällt der Betrag in der Praxis wieder an.

Modell (12 Monate)10 Personen25 Personen50 Personen
Klickkurs, 15–40 € je Kopf150–400 €375–1.000 €750–2.000 €
Online-Kurs, ab 49 € je Kopfab 490 €ab 1.225 €ab 2.450 €
Abo je Mitarbeitendem, 39 €/Monat4.680 €11.700 €23.400 €
Abo pro Firma (KlarComply)490 €1.990 €1.990 €

Wo der billigere Anbieter gewinnt — und das bleibt so

Gegen einen Klickkurs zu 15 € je Kopf sind wir bis 100 Personen an keiner Stelle günstiger. Gegen einen zu 40 € je Kopf werden wir erst ab 50 Personen günstiger.

Wer also fünfzehn Leute schulen muss, nur die Schulung selbst braucht und die Nachweise ohnehin in einer eigenen Tabelle führt, fährt mit einem Klickkurs für 225 bis 600 € billiger als mit unseren 990 €. Das ist kein Rechenfehler, sondern eine Entscheidung: Wir verkaufen kein Video, sondern ein System, das die Nachweise erzeugt und aktuell hält. Wenn Sie das nicht brauchen, brauchen Sie uns nicht.

Das eine Modell, gegen das jeder Firmentarif gewinnt

Beim Abo je Mitarbeitendem ist die Lage umgekehrt und eindeutig. Bei 39 € je Person und Monat kosten 25 Personen 11.700 € im Jahr — gegen 1.990 € bei uns. Das ist der Faktor 5,9. Bei 50 Personen sind es 23.400 € gegen 1.990 €, also der Faktor 11,8.

Das Modell wirkt beim ersten Blick harmlos, weil man den Monatsbetrag je Kopf liest und nicht die Jahressumme für den Betrieb. Rechnen Sie bei solchen Angeboten immer auf zwölf Monate und auf Ihre echte Nutzerzahl hoch, bevor Sie vergleichen.

Der Stufeneffekt: knapp über der Grenze zahlen Sie am meisten

Jedes Firmen-Abo arbeitet mit Platzstufen, und das hat eine unangenehme Eigenschaft, über die selten jemand spricht: Wer knapp über einer Stufengrenze liegt, zahlt je Kopf am meisten.

PersonenStufeJahrje Kopf und Jahr
10bis 10490 €49,00 €
25bis 501.990 €79,60 €
50bis 501.990 €39,80 €
100bis 1003.490 €34,90 €

Ein Betrieb mit 25 Nutzenden zahlt je Kopf mehr als einer mit 10 und mehr als doppelt so viel wie einer mit 50. Das gilt bei jedem Anbieter mit Stufen, nicht nur bei uns. Prüfen Sie deshalb vor dem Abschluss, wie weit Sie von der nächsten Stufengrenze entfernt sind — und ob in den nächsten zwölf Monaten Personen dazukommen, die die Stufe füllen.

Was im Preis steckt — und was nicht

Weil der reine Preisvergleich gegen Klickkurse nicht für uns ausgeht, ist die ehrliche Frage eine andere: Was halten Sie am Ende in der Hand, wenn ein Geschäftskunde oder eine Behörde fragt?

LeistungKlickkursAbo pro Firma
Schulung selbstjaja
Nachweis je Person, prüfbarTeilnahme-PDFZertifikat mit öffentlich prüfbarer ID
Übersicht, wer geschult ist und wer fällig wirdneinja
Unternehmens-Dokumentation (Inventar, Richtlinie, Kennzeichnungsregel)neinja
Aktualisierung bei Rechtsänderungenneuer Kaufenthalten
Jährliche Rezertifizierungneuer Kaufenthalten

Die Zeilen vier bis sechs sind der Unterschied, für den Sie zahlen. Ein Lieferantenfragebogen fragt nicht, ob Ihre Leute ein Video gesehen haben. Er fragt nach dem Verzeichnis, der Richtlinie, der verantwortlichen Person und dem Nachweis je Person — mit Datum. Wer das selbst führt, spart echtes Geld. Wer es nicht führt, hat im Ernstfall nichts vorzuweisen.

Die andere Kategorie: Rollenzertifikate

Wer eine einzelne Person zur verantwortlichen Stelle ausbilden will, landet in einem anderen Markt mit anderen Preisen. Diese Angebote sind keine Mitarbeitenden-Schulung und ersetzen sie nicht.

AnbieterFormatnetto je Person
BVDW AI Officer2 Tage2.950–3.250 €
DEKRA KI-Beauftragter3 Tage live2.932 €
TÜV Rheinland KI-Beauftragter24 UE2.555 €
TÜV KI-Compliance-Beauftragter16 UE1.960 €
beauftragter-online, 2in1Fernlehrgang1.421 €
KlarComply ZertifikatslehrgangFernlehrgang + Gutachten490 €

Wann sich das teurere Angebot lohnt

In genau zwei Fällen: Eine Ausschreibung oder ein Konzernkunde verlangt ein akkreditiertes Personenzertifikat nach ISO/IEC 17024 — dafür braucht es eine Zertifizierungsstelle, und das sind wir nicht. Oder ein Berufsbild nennt einen bestimmten Abschluss. Trifft eines davon zu, sagen wir es Ihnen und nennen die Anbieter.

Ein Fehler, der teuer wird: Plätze mit Belegschaft verwechseln

Artikel 4 erfasst nur die Personen, die tatsächlich mit KI zu tun haben — einschließlich Freiberuflern und Agenturen, die in Ihrem Auftrag arbeiten. Ein Betrieb mit 120 Beschäftigten, von denen 45 KI nutzen, braucht 45 Plätze, nicht 120.

Wer das umgekehrt rechnet, kauft eine Stufe zu groß ein. Prüfen Sie vor jedem Angebotsvergleich: Bezieht sich die Zahl auf Plätze oder auf Beschäftigte? Bei uns sind es Plätze — scheidet jemand aus, wird der Platz frei, und das Zertifikat behält die Person.

Der Rechenweg, offengelegt

Häufige Fragen

Rechnet man mit der Zahl der Beschäftigten oder mit den KI-Nutzenden?

Mit den KI-Nutzenden. Artikel 4 der KI-Verordnung erfasst das Personal und andere Personen, die im Auftrag des Unternehmens mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind — also auch Freiberufler und Agenturen, aber nicht die Kollegin im Lager, die kein KI-Werkzeug anfasst. Ein Betrieb mit 120 Beschäftigten, von denen 45 KI nutzen, braucht 45 Plätze.

Ist ein Firmen-Abo günstiger als ein Klickkurs?

Nicht durchgehend. Gegen einen Klickkurs zu 15 € je Kopf sind wir bis 100 Personen an keiner Stelle günstiger; gegen einen zu 40 € je Kopf erst ab 50 Personen. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern darin, was Sie bekommen: ein Klickkurs liefert ein Video und ein Teilnahme-PDF, ein Firmen-Abo zusätzlich die Unternehmens-Dokumentation, die Übersicht über den Schulungsstand und die jährliche Auffrischung.

Warum ist ein Abo je Mitarbeitendem so viel teurer?

Weil der Monatsbetrag mit jeder Person mitwächst. Bei 39 € je Person und Monat kosten 25 Personen 11.700 € im Jahr — gegen 1.990 € bei einem Firmen-Abo mit 50 Plätzen. Das ist der Faktor 5,9, bei 50 Personen der Faktor 11,8. Das Modell wirkt günstig, weil man den Monatsbetrag je Kopf liest und nicht die Jahressumme für den Betrieb.

Warum zahlt ein Betrieb mit 25 Personen je Kopf mehr als einer mit 50?

Weil beide in derselben Platzstufe liegen. Die Stufe bis 50 Plätze kostet 1.990 € im Jahr, unabhängig davon, ob 25 oder 50 Plätze belegt sind — das sind 79,60 € je Kopf gegen 39,80 €. Dieser Effekt tritt bei jedem Anbieter mit Stufen auf. Prüfen Sie vor dem Abschluss, wie weit Sie von der nächsten Stufengrenze entfernt sind und ob in den nächsten zwölf Monaten Personen dazukommen.

Muss jedes Jahr neu geschult werden?

Die Verordnung nennt keine Frequenz. Das Papier des Beratungszentrums für Künstliche Intelligenz und der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung empfiehlt eine Einführungsschulung vor dem ersten Einsatz, regelmäßige Auffrischungen etwa jährlich und eine Schulung bei Systemwechseln oder Rechtsänderungen. Es richtet sich an Bundesbehörden und ist für Unternehmen nicht verbindlich, ist aber der einzige veröffentlichte Maßstab des Bundes. Praktisch heißt das: Einmalpreise fallen wieder an.

Gibt es ein Bußgeld für fehlende Schulung?

Nein, kein eigenes. Artikel 99 der KI-Verordnung zählt die bußgeldbewehrten Pflichten abschließend auf, und Artikel 4 steht nicht darin. Die kursierenden 15 Millionen Euro betreffen andere Pflichten, unter anderem die Transparenzpflichten aus Artikel 50. Die echten Kostentreiber sind Beschaffungsdruck und Organisationsverschulden, nicht der Bußgeldrahmen.

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Quellen:
Artikel 4 KI-VO — KI-Kompetenz (Volltext)
Artikel 99 KI-VO — Sanktionen, abschließender Katalog
Verordnung (EU) 2024/1689 — amtlicher Volltext
Bundesnetzagentur — KI-Service-Desk und Marktaufsicht
Fachlich geprüft am 26. August 2026 · Stand nach dem Digital Omnibus · Dieser Beitrag ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.